Hände Weg von der Zelle!!! Stellungnahme der Bildungsstreikgruppe Reutlingen

3 03 2012

Solidarität mit der Zelle! Selbstverwaltung erhalten und erweitern!

Als wir, die Bildungsstreikgruppe Reutlingen, vor einiger Zeit erfuhren, dass die Stadtverwaltung Reutlingen und insbesondere das Ordnungsamt offensichtlich vorhaben die Zelle in ihrer heutigen Form zu zerstören, waren wir entsetzt.

Dass die Zelle der Reutlinger Stadtverwaltung ein Dorn im Auge ist, ist ja ein alter Hut.

Die Zelle als Ort der Selbstverwaltung, der Gegenkultur und gesellschaftlicher Gegenentwürfe, unabhängig, unkontrollierbar, kreativ chaotisch und schon rein optisch von der Reutliner Tristesse verschieden, passt nicht in das Bild des ordentlichen, strebsamen, investorenfreundlichen Wirtschaftsstandorts, das die Reutlinger Stadtverwaltung abgeben will.

Der aktuelle Versuch ist aber besonders erschreckend, da die Stadtverwaltung versucht, das „Problem“ Zelle einfach wegzuverwalten und nicht einmal die politische Auseinandersetzung wagt. Dreist ist auch, dass einem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ehrenamtlich und eigenverantwortlich seit über 42 Jahren betriebenem Jugend- und Kulturzentrum Gewinnerzielungsabsichten unterstellt werden.

Die Zelle ist einer der seltenen Orte, in denen junge und auch ältere Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmtes Leben und Lernen zu praktizieren. Sie ist ein Raum, in dem Formen der Zusammenarbeit, der Entscheidungsfindung und des Umgangs miteinander ausprobierte werden können, die von heute geltenden Normen abweichen. In der Zelle ist sehr viel von dem, was wir uns für das Bildungswesen unserer Träume vorstellen, schon Wirklichkeit.

In der Zelle funktioniert Lernen gemeinschaftlich und solidarisch statt allein und in ständiger Konkurrenz zu einander. Alle lernen gemeinsam und von einander, was es zur Zelle und zur Organisation vielfältiger Veranstaltungen zu wissen gibt. Auch bietet die Zelle jungen Menschen die Möglichkeit, für sich und andere die Bildungsangebote zu schaffen, die sie selbst haben wollen, wie etwa aktuell die Vortragsreihe Basics. Selbstverständlich bietet die Zelle auch Gelegenheit sich auszuleben, Neues auszuprobieren, kreativ zu sein und eigenverantwortlich zu planen und zu gestalten.

All dies vermissen wir im bestehenden Bildungssystem und auch sonst in der bestehenden Gesellschaft. Deshalb dürfen wir es nicht zu lassen, dass ein paar Bürokraten, die keine Ahnung von der Zelle haben und für die Chaos, Vielfalt und Unbekanntes nur Schlechtes bedeuten, uns diesen wichtigen Raum wegnehmen.

Denn auch wenn die Stadtverwaltung die Zelle wahrscheinlich nicht ganz abschaffen will, wäre einen Zelle nach den Wünschen der Stadtverwaltung nicht mehr unsere Zelle.

Deshalb: Solidarität mit der Zelle!

Selbstverwaltete Jugend- und Kulturarbeit unterstützen statt verhindern!

Selbstverwaltung in allen Lebensbereichen durchsetzen!

Solidarische Grüße

Die Bildungsstreikgruppe Reutlingen

Zelle bleibt!!!!!!

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17 11 2011

Bildungsstreik am 17. November in Reutlingen

Anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks am 17. November fand auch in Reutlingen eine Demonstration statt. Gegen 9 Uhr fanden sich trotz klirrender Kälte circa 100 Menschen aus der Region Reutlingen/Tübingen auf dem Marktplatz zusammen, um sich für umfassende Veränderungen im Bildungssystem stark zu machen. In der Auftaktkundgebung wurde die grundlegende Kritik der Bildungsstreikgruppe Reutlingen am bestehenden Bildungssystem dargelegt. Es geht den SchülernInnen nicht allein um oberflächliche Veränderungen, sondern die Kritik geht tiefer:

Sie wollen ein Lernen, das Raum für individuelle Entfaltung bietet und zum kritischen und reflektierten Nachdenken anregt, statt die Lust am Lernen durch aufgezwungene Lerninhalte und permanenten Leistungsdruck abzutöten.

Im Anschluss setzte sich die Demonstration in Bewegung, zog lärmend am Friedrich-List-Gymnasium vorbei zur nächsten Kundgebung am Isolde-Kurz-Gymnasium, wo auf die unzureichende Finanzierung des Bildungswesens aufmerksam gemacht wurde. Dann ging es weiter zu den Berufsschulen, wo sich spontan etliche Schüler dem Demonstrationszug anschlossen. Am Bahnhof vorbei zogen die Streikenden zurück in die Wilhelmstraße, wo bei der Nikolaikirche eine weitere Kundgebung stattfand. Hier wurde die Funktion der Schule für die Ausbildung im Sinne von Staat und Wirtschaft thematisiert und für eine ganz andere, selbstbestimmte Bildung geworben. Abgeschlossen wurde die Demo am Johannes-Kepler-Gymnasium mit dem Aufruf weiter aktiv zu bleiben im Einsatz für ein besseres Bildungssystem.

Trotz der kurzfristigen Mobilisierung und verbesserungsfähiger Teilnehmerzahl war die Demonstration gelungen und es kam deutlich zum Ausdruck, dass es den Streikenden um grundsätzliche Veränderungen und keineswegs um Schule schwänzen geht.

 

Bildungsstreikgruppe Reutlingen





Bildungstreik am 17. November! Reutlingen streikt!

11 11 2011

Am 17. November wird in Reutlingen der Bildungsstreik mit Kundgebungen und einer Demonstration stattfinden. Treffpunkt ist um 8:45 Uhr auf dem Reutlinger Marktplatz. Da in Tübingen anscheinend leider keine Aktionen stattfinden, rufen wir alle Interessierten aus Tübingen auf, nach Reutlingen zu kommen. Treffpunkt für die Zugfahrt nach Reutlingen ist um 8:00 am Tübinger Hauptbahnhof.

Kommt zahlreich, um zu zeigen was ihr von diesem Bildungssystem haltet und was ihr euch an seiner Stelle wünscht.

Hier noch mal der Flyertext:

Warum Bildungsstreik?

Wir streiken weil:

  • wir gemeinsames und solidarisches Lernen wollen, statt Erziehung zum Konkurrenzkampf
  • eine gleichberechtigte Gesellschaft gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle braucht.
  • weil es ohne ein demokratisches Bildungssystem keine wahrhaft demokratische Gesellschaftgeben kann.
  • Weil bisherige Mitbestimmungsmöglichkeiten meist nicht mehr sind als Alibis
  • Weil unser Benotungs- und Einteilungssystem der Bildung schadet und nur den Interessen von Staat und Wirtschaft nach einer sozial gestaffelten Gesellschaft dient.
  • Ausbildung zu optimal verwertbarem Rohmaterial nach den Vorstellungen von Wirtschaft und Staat nicht das ist, was wir uns unter Bildung vorstellen
  • weil stumpfes Auswendiglernen und Wiederkäuen vorgegebener Inhalte zu unserer Vorstellung von Bildung als Mittel zum freien und kritischen Denken im Widerspruch steht.
  • wir unsere Unzufriedenheit nicht stumm in uns hinein fressen, sondern sie laut heraus schreien wollen, damit unsere Meinung Gehör findet.

Darum Bildungsstreik!

 

Wir sehen uns auf der Straße!!!

Bildungsstreik Reutlingen





Der Bildungsstreik geht weiter! Am 17.11. wird gestreikt!

11 11 2011

Hallo zusammen, da sind wir wieder.

Nach langer Pause nimmt die Bildungsstreikbewegung wieder Fahrt auf. Am 17. November wird wieder bundesweit gestreikt und demonstriert für gute und selbstbestimmte Bildung für alle.

Denn wenn es auch durchaus einige positive Veränderungen in der letzten Zeit gab, wie etwa die baldige Abschaffung der Studiengebühren in Baden-Württemberg oder die angekündigte Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft ebenfalls in BaWü, so gibt es doch immer noch sehr viel zu tun.

Nach wie vor dienen alle Bildungseinrichtungen vor allem einem Zweck: junge Menschen so auszubilden, dass sie optimal verwertbare Arbeitskräfte und gute Staatsbürger werden.

Nach wie vor ist das Bildungssystem unterfinanziert, sind die Klassenräume und Hörsäle zu groß, sind noch nicht alle Bildungsgebühren abgeschafft, liegt die absolute Lehr- und Lernmittelfreiheit noch in weiter Ferne.

Nach wie vor besteht „Bildung“ meist darin in möglichst kurzer Zeit möglichst viel vom Lernplan vorgeschriebenes Wissen aufzusaugen, in Klausuren zu Papier zu bringen, nach Noten eingeteilt zu werden und am Ende flexibel einsetzbares Rohmaterial für die Wirtschaft zu sein.

Nach wie vor hat der soziale Hintergrund einen enormen Einfluss auf den Erfolg im Bildungssystem und nach wie vor stehen nicht für alle die gleichen Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Nach wie vor sind selbstbestimmtes Lernen und praktische Demokratie im Bildungssystem nicht zu finden, nach wie vor haben die Betroffenen kaum Einfluss auf Lerninhalte und Lehrmethoden.

 

Deshalb werden wir am 17. November streiken und unsere Ansichten und Forderungen laut und entschlossen auf die Straße tragen. Wir werden deutlich machen, dass es viele sind die selbstbestimmt und frei lernen und leben wollen und nicht ruhen werden, bevor sie ihre Ziele erreicht haben.

Wir sehen uns am 17. November beim Streik in Reutlingen!

Da es in Tübingen keinen Streik geben wird, rufen wir auch alle Tübinger auf, nach Reutlingen zu kommen.

Nähere Ankündigungen folgen in Kürze.

Bildungsstreik Reutlingen





Ja, ich kann! Selbsterfüllende Vorurteile gegenüber sich selbst

20 05 2010

Ich check das nicht, he was? Boahr ich hab kein bock mehr…

Wem geht es nicht so, man kann nicht alles auf Anhieb verstehen.  Das ist vollkommen menschlich. Wenn es dann mal nicht klappt, dann verlier ich schnell die Lust. Doch wieso ist das so? Denn wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinner, da wollte ich unbedingt alles herausfinden, ja habe mich sogar im Kindergarten rießig darauf gefreut in die Schule zu kommen… Unvorstellbar für mich heute, da ich meine Hausaufgaben meistens  nur noch Abschreibe, wenn ich sie überhaupt mache. Man merkt es vielleicht nicht gleich, weil es Alltag und somit normal für einen ist. Aber dass die Schule uns flächendeckend demotiviert, ist nicht nur eine alte Binsenwahrheit, sondern mittlerweile von führenden (Neuro)Psychologen annerkannt und erforscht. Zum Beispiel von Professor Dr. Spitzer. Die Schule und das Notensystem führen dazu, dass Viele negative Vorurteile gegenüber sich selbst entwickeln und glauben, dass sie etwas nicht können. So z.B. 2 alte Klassenkameraden von mir, beide haben mittlerweile eine Klasse widerholt und die Schule gewechselt. Unsere damalige Mathelehrerin hatte zu dem einem ernsthaft gesagt „Du wirst mal Müllmann“ und zum anderem, dass er Lokomotivführer werden würde. Sie meint wohl diese Berufe seien nicht anspruchsvoll und, dass die Beiden an dieser Schule nichts zu suchen hätten.
Wenn einem immer wieder gesagt wird, dass man etwas nicht kann oder nur minder qualifiziert wäre, weil man „nur“ eine 3 oder schlechter geschrieben hat, nimmt das einem die Lust und den Spaß!
Im folgendem Video ( 15 min) erklärt Spitzer, wie krass sich das auswirkt und was man dagegen für sich selbst unternehmen kann.

Teil 1

Teil 2





Bericht zum Leseflashmob am 19. März

26 03 2010

Freitag Nachmittag ist in der unteren Wilhelmstraße in Reulingen ein hektische Zeit. Viele Leute laufen eilig Richtung Marktplatz oder Richtung Karlstraße, Leute gehen zum Einkaufen oder kommen gerade von dort, manche kaufen auch direkt an Ort und Stelle ein. Die Atmosphäre ist trotz der Frühlingstemperaturen eher gehetzt als entspannt, die meisten Passanten wollen zügig von A nach B kommen, kaum jemand hält sich hier auf der Straße länger auf.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass 50 junge Menschen, die plötzlich anfangen laut aus verschiedensten Büchern vorzulesen, von Dramen und Romanen über historische und politische Werke bis hin zu Schul- oder Handbüchern, für einige Verwirrung sorgen. Was machen die denn da? Was soll denn der Scheiß? Ist das eine Demonstration? Oder einer dieser Flashmobs? Diese und weiter Fragen werden sich die Menschen, die während der dreiminütigen, vielstimmigen Lesung die untere Wilhelmstarße passierten, gestellt haben.

Letzteres trifft es ziemlich gut, es war ein Leseflashmob, erdacht von der Reutlinger Bildungsstreikgruppe. Typisch für ein Flashmob machte hier eine Gruppe Menschen etwas, das an diesem Ort zu dieser Zeit niemand erwarten würde. Grund dafür war sowohl der Spaß an der Aktion als auch der Wunsch zu verwirren und zum Nachdenken anzuregen. Was bedeutet Lesen? Ist Lesen wichtig? Warum ist es ungewöhnlich auf einer Straße in der Innenstadt laut zu lesen? Wie sehr bestimmen uns mehr oder weniger sinnvolle gesellschaftliche Normen bei unserem Handeln und Wahrnehmen?

Allerdings ist Demonstration auch kein falscher Gedanke. Denn zum einen kann mensch das praktizierte Hinterfragen von Regeln durchaus als  politische Aktion bezeichnen, zum Anderen war auch etwas politische Botschaft im Spiel. So wurde ein Transparent mit einer Aufforderung von der großartigen Fähigkeit lesen zu können Gebrauch zu machen aufgehängt. Außerdem wurden an die Menschen, aus deren Verwirrung Interesse geworden war, Flyer mit der Forderung „Selbstbestimmt Lesen und Lernen“ und dem Termin des nächsten Bildungsstreiks verteilt.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Leseflashmob eine spaßige, interessante, angenehm provokante und keineswegs unpolitische Aktion war. Wiederholungen sind daher nicht auszuschließen.

P.S.: Unter diesem Link gibt es ein Video vom Flashmob.

http://www.youtube.com/watch?v=nCx4-3-uhQI




Wien, 11.-14.03. – Bologna burns!

20 02 2010

Der Bologna-Prozess sollte seit den letztjährigen Aktionen des Bildungsstreiks jedem/jeder ein Begriff sein. Mit dem Ziel, die Hochschulsysteme der europäischen Staaten zu vereinheitlichen und dadurch eine stärkere Mobilität der Studierenden zu schaffen sind vor 10 Jahren die Bildungsminister*innen dieser Staaten angetreten.

Heute lässt sich nur eins feststellen: Sie sind gescheitert wo es nur ging. Auslandssemester sind kaum möglich, dank der extrem kurz bemessenen Regelstudienzeit, und sonst geht es auch stetig Abwärts mit den Hochschulen. Anstatt dafür zu sorgen, dass das Bildungssystem mit genug Finanziellen Mitteln ausgestattet ist um eine qualitativ hochwertige Bildung für alle zu gewährleisten scheint es wichtiger zu sein Europa weiter Aufzurüsten (vgl. Vertrag von Lissabon, Art. 42 Abs. 3), versprochene Mittel einfach durch geschicktes Einbeziehen von bereits zu tätigenden Zahlungen zu erreichen ohne auch nur einen Cent mehr auszugeben (siehe hier) oder transnationalen Konzernen immer weitere Steuern zu erlassen , um hier nur drei von unzähligen Beispielen zu nennen. Diese Verhaltensweise schränkt Hochschulen in ganz Europe erheblich ein und zwingt sie, sich langsam zu billigen Ausbildungs- und Forschungseinrichtung für die Wirtschaft zu entwickeln. Jedoch beschränkt sich diese Misswirtschaft der Staaten nicht nur auf Hochschulen. Alle anderen Bereiche des Bildungssystems sind genauso, wenn nicht sogar stärker betroffen. Jede(r) Schüler*in wird dafür mehr als genug Beispiele kennen (sei es nun die Klasse mit über 30 Schüler*innen oder veraltete Lehrmittel).

Die Bildungsminister*innen, die das Ganze mit zu verantworten haben, wollen nun vom 11. bis 12. März in Wien und Budapest diesen aus ihrer Sicht gelungenen Bologna-Prozess (oder eher Fehlschlag) feiern. In Wien sollen zu dieser Zeit verschiedene Aktionen die Minister*innen gebührend empfangen und ein weiteres Mal versucht werden ihnen die Augen dafür zu öffnen was sie eigentlich angerichtet haben und weiterhin anrichten. Damit dies geschehen kann sollten so Viele wie möglich daran teilnehmen! Solltest du vom 11.-14. März Zeit haben kannst du dir überlegen ob du nicht zufällig zu der Zeit einen Kurzurlaub in Österreich machen möchtest und bei der Gelegenheit gleich auch noch etwas für das Bildungssystem tust.

Mehr Infos zu den Aktivitäten (Gegengipfel, Demo & Blockaden) auf: bolognaburns.org
Mitfahrzentrale aus Deutschland

Hier der Aufruf auf der Bundesweiten Bildungsstreik-Seite: http://www.bildungsstreik.net/wien-11-14-03-bologna-burns/





Tübinger Studierende rufen auf: letzte große Demo vor den Ferien!

14 12 2009

Die Studierenden aus Tübingen rufen alle Schüler/innen, Studenten/innen, Gewerkschafter/innen und andere  Personen, die sich um ein besseres Bildungssystem bemühen, auf noch einmal vor den Ferien zu zeigen, dass wir immernoch zu unseren Forderungen stehen und solange sie nicht erfüllt wurden keine Ruhe geben werden! Des weiteren soll auf dieser Demonstration angeprangert werden, dass Steuergelder, die unbedingt in das Bildungs- und Sozialsystem investiert werden müssten, vermutlich verpulvert werden um Wirtschaft anzukurbeln. Ob die Wirtschaft wirklich davon profitiert ist fraglich und selbst unter den führenden Ökonomen sowie innerhalb der jetzigen Regierung stark umstritten.

Deshalb kommt am 17.12.2009 um 16 Uhr zum Kupferbau in Tübingen! Wir werden weitermachen bis unsere Forderungen erfüllt sind!

Hier der Aufruf:


Wann und wo? 17.12.2009 um 16 Uhr am Kupferbau (Hölderlinstraße 5)

Mit Ach und Krach in die Ferien

An alle Schülerinnen und Schüler, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Azubis, an alle Bürgerinnen und Bürger,

Das Jahr neigt sich dem Ende und Weihnachten steht vor der Tür. Damit gehen in vielen Universitätsstädten auch die Besetzer in die Ferien.

Um die politische Energie, die sich seit Anfang Oktober an den Universitäten entwickelt hat, noch ein letztes Mal (bevor es im neuen Jahr natürlich weitergehen wird) zu bündeln, rufen wir für den 17.12. zu einem bundesweiten Aktionstag auf, bei dem es um mehr geht, als um Studiengebühren, Bachelor und Master.

Am 18.12.2009 stimmt der Bundesrat über das sogenannte „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ ab. Das Gesetz sieht enorme Steuersenkungen vor, die den öffentlichen Kassen in den kommenden Jahren Ausfälle von rund 8,4 Mrd. Euro bescheren würden. Das sind 8,4 Mrd. Euro, die künftig im Sozial- und Bildungswesen, sowie in der öffentlichen Infrastruktur fehlen werden.

Dabei ist die Wirksamkeit dieses Gesetzes keineswegs garantiert. Eine Großzahl namhafter Ökonomen hegt laute Zweifel. Selbst in den eigenen Reihen der Bundesregierung ist das Gesetz heftig umstritten.

Um diesen Kritikern im Vorfeld den Rücken zu stärken und um zu zeigen, dass es uns um mehr als unsere Unis geht, setzen wir am 17.12.2009 ein Zeichen.

Das Gesetz bietet sich exemplarisch geradezu an, um zu zeigen, was für eine Politik wir NICHT wollen und mit welcher Politik unsere Forderungen natürlich nicht zu finanzieren sind.

Die Botschaft soll unmissverständlich sein: Wir wollen und brauchen MEHR Geld für unser Bildungs- und Sozialwesen, für öffentliche Infrastruktur und staatliche Leistungen, nicht weniger!! Wir werden jeden Ministerpräsidenten, der am 18.12. seine Stimme für oder gegen das Gesetz abgeben wird, noch einmal klar daran erinnern, dass er ein forderndes Volk im Rücken hat und nicht nur eine lockende Wirtschaft vor sich.

Als gebührender (vorläufiger!!) Abschluss der Aktivitäten der vergangenen Wochen werden die Aktivisten des Bildungsstreiks in ganz Deutschland auf die Straße gehen. Die mediale Wirkung ist gewiss.

Wir rufen dazu auf, sich daran zu beteiligen. Geplant ist eine Kundgebung mit anschließender öffentlichkeitswirksamer Aktion.

In Tübingen starten wir am 17.12. um 16 Uhr vom Kupferbau aus mit einer kreativen, bunten und lauten Demo. Viele kleine, dezentrale Aktionen und Flashmobs werden den Protestzug unterhaltsam untermalen. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, euch selbst in Form eines solchen Flashmobs oder ähnlichem einzubringen und im Idealfall so ein persönliches, politisches Anliegen in Bezug auf den 18.12. darzustellen.

Lasst uns ein Zeichen setzen, dass wir alle an einem Strang ziehen! Dass wir unter nachhaltiger Politik etwas anderes verstehen, als die stupide Fixierung auf Wachstum! Dass wir, um langfristig Werte zu schaffen, in unsere Gesellschaft investieren müssen! Lasst uns ein Zeichen setzen, dass wir eine Politik wollen, die den Bürgern hörig ist und nicht irgendeinem Wachstumswahn der Wirtschaft!

Macht mit, geht am 17.12. auf die Straße und nehmt so viele Leute wie möglich mit!!

Am Vortag, Mittwoch, den 16.12., laden wir im Übrigen zu einer öffentlichen Vollversammlung ein, in der die Arbeit, die Ergebnisse und Ereignisse der letzten Wochen vorgestellt und erläutert werden.

Los geht’s um 16 Uhr im Hörsaal 25, Kupferbau.

Tübinger Studierende rufen auf: letzte große Demo vor den Ferien!!

Wann und wo? 17.12.2009 um 16 Uhr am Kupferbau (Hölderlinstraße 5)

Mit Ach und Krach in die Ferien

An alle Schülerinnen und Schüler, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Azubis, an alle Bürgerinnen und Bürger,

das Jahr neigt sich dem Ende und Weihnachten steht vor der Tür. Damit gehen in vielen Universitätsstädten auch die Besetzer in die Ferien.

Um die politische Energie, die sich seit Anfang Oktober an den Universitäten entwickelt hat, noch ein letztes Mal (bevor es im neuen Jahr natürlich weitergehen wird) zu bündeln, rufen wir für den 17.12. zu einem bundesweiten Aktionstag auf, bei dem es um mehr geht, als um Studiengebühren, Bachelor und Master.

Am 18.12.2009 stimmt der Bundesrat über das sogenannte „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ ab. Das Gesetz sieht enorme Steuersenkungen vor, die den öffentlichen Kassen in den kommenden Jahren Ausfälle von rund 8,4 Mrd. Euro bescheren würden. Das sind 8,4 Mrd. Euro, die künftig im Sozial- und Bildungswesen, sowie in der öffentlichen Infrastruktur fehlen werden.

Dabei ist die Wirksamkeit dieses Gesetzes keineswegs garantiert. Eine Großzahl namhafter Ökonomen hegt laute Zweifel. Selbst in den eigenen Reihen der Bundesregierung ist das Gesetz heftig umstritten.

Um diesen Kritikern im Vorfeld den Rücken zu stärken und um zu zeigen, dass es uns um mehr als unsere Unis geht, setzen wir am 17.12.2009 ein Zeichen.

Das Gesetz bietet sich exemplarisch geradezu an, um zu zeigen, was für eine Politik wir NICHT wollen und mit welcher Politik unsere Forderungen natürlich nicht zu finanzieren sind.

Die Botschaft soll unmissverständlich sein: Wir wollen und brauchen MEHR Geld für unser Bildungs- und Sozialwesen, für öffentliche Infrastruktur und staatliche Leistungen, nicht weniger!! Wir werden jeden Ministerpräsidenten, der am 18.12. seine Stimme für oder gegen das Gesetz abgeben wird, noch einmal klar daran erinnern, dass er ein forderndes Volk im Rücken hat und nicht nur eine lockende Wirtschaft vor sich.

Als gebührender (vorläufiger!!) Abschluss der Aktivitäten der vergangenen Wochen werden die Aktivisten des Bildungsstreiks in ganz Deutschland auf die Straße gehen. Die mediale Wirkung ist gewiss.

Wir rufen dazu auf, sich daran zu beteiligen. Geplant ist eine Kundgebung mit anschließender öffentlichkeitswirksamer Aktion.

In Tübingen starten wir am 17.12. um 16 Uhr vom Kupferbau aus mit einer kreativen, bunten und lauten Demo. Viele kleine, dezentrale Aktionen und Flashmobs werden den Protestzug unterhaltsam untermalen. Ihr seid herzlich dazu eingeladen, euch selbst in Form eines solchen Flashmobs oder ähnlichem einzubringen und im Idealfall so ein persönliches, politisches Anliegen in Bezug auf den 18.12. darzustellen.

Lasst uns ein Zeichen setzen, dass wir alle an einem Strang ziehen! Dass wir unter nachhaltiger Politik etwas anderes verstehen, als die stupide Fixierung auf Wachstum! Dass wir, um langfristig Werte zu schaffen, in unsere Gesellschaft investieren müssen! Lasst uns ein Zeichen setzen, dass wir eine Politik wollen, die den Bürgern hörig ist und nicht irgendeinem Wachstumswahn der Wirtschaft!

Macht mit, geht am 17.12. auf die Straße und nehmt so viele Leute wie möglich mit!!

Am Vortag, Mittwoch, den 16.12., laden wir im Übrigen zu einer öffentlichen Vollversammlung ein, in der die Arbeit, die Ergebnisse und Ereignisse der letzten Wochen vorgestellt und erläutert werden.

Los geht’s um 16 Uhr im Hörsaal 25, Kupferbau.





PM des ,,Kultusminister nachsitzen!“- Bündnisses – 11.12.09

12 12 2009

10.000 kamen zur „Kultusminister nachsitzen“-Demonstration nach Bonn!

Kultusminister trafen nicht den Kern des Forderungskatalog der Protestierenden

“Kultusminister nachsitzen!” Unter diesem Motto demonstrierten heute über 10000 Menschen in Bonn – Bad Godesberg für eine bessere Bildung. Wind und heftige Regenschauer hielten Schüler, Auszubildende, Studierende aber auch Lehrer und Dozenten nicht davon ab mit einer bunten und friedlichen Demonstration zum Tagungsort der Kultusminister zu ziehen. Der Ruf nach kostenloser, für jeden zugängliche Bildung war nur eine der vielfältigen Forderung. Schon während der Demonstration kam es zu Blockaden der Zufahrtswege zum Tagungsort der Kultusminister, die mit dem Beginn der Abschlusskundgebung in einer Blockade nahezu aller Strassen rund um den Tagungskomplex gipfelte. Getreu dem Demonstrationsmotto versuchten die Demonstranten die Kultusministern durch mehrere Blockaden nachsitzen zu lassen und ihnen mehr Zeit zu verschaffen, um die dringend nötigen Reformen anzugehen. Während der Blockaden fand eine Abschlusskundgebung statt direkt vor dem Wissenschaftszentrum, die bis in die Abendstunden dauerte und ein buntes Programm an Reden von Schülern, Studierenden, Erwerbslosen aber auch Gewerkschaftern und anderen sozialen Organisationen sowie mehrere Live-Konzerte beinhaltete.

So zeigten sich die Organisatoren begeistert von der unerwartet hohen und aktiven Beteiligung. Auf der anderen Seite enttäuschte die Reaktion der Kultusminister. Auch wenn die beschlossenen Reformen ein erster Schritt sind, so treffen sie doch kaum den Kern des Forderungskatalogs. Durch den Verweis auf die Akkreditierung der Studiengänge wird die Verantwortung an die Universitäten abgeschoben, sie sollen nun die Suppe der verbockten Bologna-Reform auslöffeln. Und statt die Studienzeit zu verlängern, wird lediglich die Bachelor-Regelstudienzeit „flexibilisiert“. Ein Bachelor mit 6 statt 8 Semestern ist zwar nun möglich, damit würde für den Masterabschluss aber nur 2 Semester bleiben. Die Arbeitsbelastung wird also „flexibilisiert“, also verlagert, statt sie zu reduzieren.
„Die Bildung gehört auf die Intensivstation, die Kultusminister schicken sie lediglich ins Nagelstudio“, wie der Pressesprecher des Bonner Bildungsstreikes konstatierte.

Viel erschreckender ist aber, dass die Forderungen von Schülern völlig ignoriert wurden. Ein Großteil der Protestierenden bestand aus Schülern und sie und waren bei der Vorbereitung der Proteste genauso eingebunden, wie Studierende oder Gewerkschafter. Aber auch die Erwerbslosen und Azubis wurden von der KMK in ihren Erklärungen mit keinem Wort gewürdigt. Dies zeigt einmal mehr, wie verblendet die Herren und Damen Kultusminister sind. Reformen sind in der Schule genauso nötig, wie in der Uni. Leistungsdruck, Entdemokratisierung und Prüfungsstress sind dort eher noch akuter.

Ebenfalls völlig unverständlich ist, dass die Minister auf Polizeiknüppel statt auf Dialogbereitschaft setzten. Noch Mitten während der Konferenz griffen zahlreiche Polizisten eine Gruppe friedlich blockierender Demonstranten ohne Vorwand an. Es kam zum Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Nach Angaben der Polizei wurden die „Einsatzmehrzweckstöcke … nicht als Schlagwerkzeug verwandt“ (Pressemitteilung der Bonner Polizei vom 10.12.2009). Da es aber zu mindestens sieben verletzten Protestierenden kam, die mit Rettungswagen abtransportiert werden mussten, ist diese Behauptung anzuzweifeln. Ferner ist es absurd, den Protestierenden im Nachhinein als Straftat (Vermummung) vorzuwerfen, sie hätten sich gegen Tränengasattacken der Polizei mit Tüchern über den Mund und Nase zu schützen versucht.

Auch bedauern es die Veranstalter ausdrücklich, dass Herr H. Tesch als Vorsitzender der KMK ihrer Bitte nach Dialog nicht nachkam und die Einladung, auf dem Demowagen zu sprechen, ausschlug.

Statt mit den Protestierenden zu reden, zogen es die Minister vor, von der Polizei einer der Blockaden mit übertriebener Härte räumen zu lassen, um den Tagungsortes schnell zu verlassen, oder sich leise durch Hintertüre raus zu schleichen.

Die Protestierenden haben heute deutlich ihre Entschlossenheit demonstriert. Sie haben die Eindringlichkeit einer grundlegenden Bildungsreform angemahnt und wurden kaum erhört. Er werden also weitere Proteste und Aktionen zu erwarten sein.

„Trotz alledem blicken wir auf eine großartige Demonstration zurück, die aber leider noch nicht den gewünschten Erfolg erzielt hat.“ So fasste der Pressesprecher des Bonner Bildungsstreikes den Tag abschließend zusammen.

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Kontakt:

Anna Krause: 0163/2710606

Anton Thun: 0163/7378985

http://www.kmk-nachsitzen.de